
17-jährige Highschool-Schülerin in Haddonfield, ruhig, klug, verantwortungsvoll. Jamie Lee Curtis’ Filmdebüt mit 19 Jahren - gleichzeitig Geburtsstunde des Final-Girl-Konzepts.
Halloween – Die Nacht des Grauens (Originaltitel: Halloween ) ist John Carpenters Slasher-Klassiker von 1978, geschrieben gemeinsam mit Debra Hill. Mit einem Budget von nur etwa 325.000 USD wurde der Film zu einem der profitabelsten Independent-Filme der Kinogeschichte und prägte das Slasher-Genre maßgeblich. Dieser Eintrag bezieht sich auf den ersten Halloween-Film (1978). Sequels, Remakes und das Reboot-Universum von David Gordon Green (2018–2022) haben eigene Wiki-Einträge. Spoilerwarnung: Dieser Abschnitt enthält die komplette Handlung. Wer den Film noch sehen möchte, sollte überspringen. Der Film etabliert mehrere Konventionen, die das gesamte moderne Slasher-Genre prägen: das Final Girl , die subjektive Killer-Perspektive , den ikonischen Synth-Score und den Killer als reines Konzept ohne Hintergrund oder Motiv. Halloween steht nicht über seinem Genre - er ist sein Genre. In der Halloweennacht 1963 tötet der sechsjährige Michael Myers seine 17-jährige Schwester Judith in ihrem Haus in Haddonfield in Illinois mit einem Küchenmesser, woraufhin er in das Smith’s Grove Warren County Sanatorium eingeliefert wird. Dort gelangt er in die Obhut des Psychiaters Dr. Sam Loomis. Loomis entdeckt hinter dem starren Blick des kleinen Jungen eine enorme Menge an Zorn und bezeichnet ihn in der Folge als „böse“. …
Donald Pleasence
Loomis
Jamie Lee Curtis
Laurie
Nancy Kyes
Annie
P. J. Soles
Lynda
Charles Cyphers
Brackett
Kyle Richards
Lindsey
Brian Andrews
Tommy
John Michael Graham
Bob
Nancy Stephens
Marion
Arthur Malet
Graveyard Keeper
Robert Phalen
Dr. Wynn
Tony Moran
Michael Myers age 23
Will Sandin
Michael Myers age 6
Sandy Johnson
Judith Myers
David Kyle
Boyfriend
Nick Castle
The Shape
Halloween – Die Nacht des Grauens (Originaltitel: Halloween) ist John Carpenters Slasher-Klassiker von 1978, geschrieben gemeinsam mit Debra Hill. Mit einem Budget von nur etwa 325.000 USD wurde der Film zu einem der profitabelsten Independent-Filme der Kinogeschichte und prägte das Slasher-Genre maßgeblich.
Dieser Eintrag bezieht sich auf den ersten Halloween-Film (1978). Sequels, Remakes und das Reboot-Universum von David Gordon Green (2018–2022) haben eigene Wiki-Einträge.
Spoilerwarnung: Dieser Abschnitt enthält die komplette Handlung. Wer den Film noch sehen möchte, sollte überspringen.
Der Film etabliert mehrere Konventionen, die das gesamte moderne Slasher-Genre prägen: das Final Girl, die subjektive Killer-Perspektive, den ikonischen Synth-Score und den Killer als reines Konzept ohne Hintergrund oder Motiv. Halloween steht nicht über seinem Genre - er ist sein Genre.
In der Halloweennacht 1963 tötet der sechsjährige Michael Myers seine 17-jährige Schwester Judith in ihrem Haus in Haddonfield in Illinois mit einem Küchenmesser, woraufhin er in das Smith’s Grove Warren County Sanatorium eingeliefert wird. Dort gelangt er in die Obhut des Psychiaters Dr. Sam Loomis. Loomis entdeckt hinter dem starren Blick des kleinen Jungen eine enorme Menge an Zorn und bezeichnet ihn in der Folge als „böse“. In einem Gespräch mit Sheriff Leigh Brackett sagt er zudem: „Ich habe acht Jahre lang versucht, mit ihm Kontakt zu bekommen, dann nochmal sieben Jahre, um zu verhindern, dass er jemals wieder auf freien Fuß gesetzt wird. Ich wusste zu gut, was sich hinter diesen Augen verbirgt, das absolute … Böse.“
Im Alter von 21 Jahren entkommt Myers am Vortag zu Halloween aus dem Smith’s Grove und kehrt nach Haddonfield zurück, wohin er von Loomis verfolgt wird. In Haddonfield beginnt Myers, der jungen Laurie Strode nachzustellen. Laurie sieht mehrfach einen Mann mit einer weißen Maske, der sie durch die Fenster ihres Klassenzimmers und ihres Schlafzimmers beobachtet und hinter einem Busch verschwindet, während sie nach Hause geht. Während die Wahl der Person im ersten Film als rein zufällig erscheint, erfährt man im zweiten Teil, dass Laurie Strode und Michael Myers Geschwister sind.
Später trifft Laurie ihre Freundin Annie Brackett, die am Halloweenabend als Babysitterin auf das kleine Mädchen Lindsey Wallace aufpasst, während Laurie im Haus gegenüber Babysitterin des kleinen Tommy Doyle sein wird. Nachdem Annie ihren Freund überreden konnte, den Abend mit ihr zu verbringen, schickt sie Lindsey zu Laurie ins Haus der Doyles. Sie kehrt daraufhin zum Wallace-Haus zurück und steigt in ihren Wagen. Myers, der sich auf dem Rücksitz befindet, stranguliert sie unter lautem Hupen des Autos und trägt ihre Leiche ins Haus. Dabei wird er von Tommy Doyle beobachtet, der ihn für den „Schwarzen Mann“ hält. Laurie ignoriert seine Befürchtungen und glaubt, er wolle Lindsey Angst einjagen, woraufhin sie die Kinder ins Bett schickt. Später ermordet Michael Myers auch Lauries andere Freundin Lynda Van Der Klok und deren Freund Bob Simms, die sich in das leere Wallace-Haus zurückgezogen hatten, um miteinander zu schlafen.
Laurie ist besorgt, nachdem sie einen merkwürdigen Anruf bekommen hat, von dem sie glaubt, es sei ein infantiler Scherzanruf ihrer Freundin Annie gewesen. Allerdings ist es Lynda, die versucht, am Telefon um Hilfe zu schreien, während sie von Myers mit dem Telefonkabel stranguliert wird. Um zu erfahren, was passiert ist, überquert Laurie die Straße und schaut sich im Haus der Familie Wallace um, wobei sie die Leichen ihrer drei Freunde und den vermissten Grabstein von Michael Myers’ Schwester Judith entdeckt. Sie wird im Haus von Michael Myers angegriffen, erleidet dabei eine Schnittverletzung am linken Oberarm und kann sich in das Haus der Doyles retten. Michael verfolgt sie, dringt in das Haus ein und attackiert sie erneut. Laurie sticht Myers eine Stricknadel in den Hals, einen eisernen Kleiderbügel ins Auge und ein Messer in die Brust. Statt verletzt liegen zu bleiben, erhebt sich Michael Myers stets von Neuem und setzt seine Jagd auf Laurie fort. Gleichzeitig sieht Loomis, der auf der Suche nach Myers durch die Straßen Haddonfields geht, die beiden Kinder schreiend aus dem Haus laufen. Er kommt Laurie zu Hilfe und schießt sechsmal auf Myers, der daraufhin vom Balkon fällt und aus dem ersten Stock in die Tiefe stürzt. Als Loomis hinunter auf Myers’ Körper schauen will, ist dieser verschwunden.
Plot-Inhalt nach CC BY-SA aus dem deutschen Wikipedia-Artikel zu Halloween – Die Nacht des Grauens.
Nachdem der Filmproduzent Irwin Yablans und der Financier Moustapha Akkad auf dem Mailänder Filmfestival 1976 John Carpenters Film Anschlag bei Nacht gesehen hatten, boten sie dem jungen Regisseur an, einen Film über einen psychisch kranken Killer zu machen, der Babysitter verfolgt. In einem Interview mit dem Filmmagazin Fangoria sagte Yablans: „Ich überlegte mir, was im Horrorgenre sinnvoll wäre, und was ich wollte, war, einen Film mit der gleichen Schockwirkung wie Der Exorzist zu machen.“ Carpenter und seine damalige Freundin Debra Hill begannen, ein Drehbuch mit dem Originaltitel The Babysitter Murders zu schreiben. Da der Film an Halloween spielen sollte, änderte Yablans den Titel in Halloween.
Akkad gewährte der Filmcrew ein Budget von 325.000 Dollar, was selbst zur damaligen Zeit sehr wenig war. Er war besorgt wegen des dichten Zeitplans, des geringen Budgets und Carpenters mangelnder Erfahrung als Regisseur. Dennoch sagte er Fangoria: „Zwei Dinge machten mich zuversichtlich. Erstens erzählte mir Carpenter die Geschichte verbal und in einer spannenden Weise fast Einstellung für Einstellung. Zweitens sagte er mir, dass er keine Gage wollte, was mir zeigte, dass er Vertrauen in das Projekt hatte.“ Carpenter selbst bekam tatsächlich für die Regie, das Drehbuchschreiben und das Komponieren der Musik nur 10.000 Dollar und zehn Prozent der Einnahmen.
Wegen des knappen Budgets wurden zahlreiche Kostüme und Requisiten von Hand gefertigt oder günstig erworben. Carpenter engagierte Tommy Lee Wallace als Szenenbildner, Artdirector, Locationscout und Co-Editor. Wallace kreierte die zum Markenzeichen gewordene Maske, die fast den ganzen Film über von Michael Myers getragen wird. Sie entstand aus einer Captain-Kirk-Maske, die er für 1,98 Dollar in einem Kostümladen am Hollywood Boulevard erworben hatte. Um das Aussehen von dem William Shatners, der den Captain Kirk gespielt hatte, zu unterscheiden, weitete Wallace die Augen und färbte die Gesichtshaut mit einem bläulichen Weiß. Im Manuskript hieß es als Vorgabe, Myers’ Maske habe die blassgrauen Gesichtszüge eines menschlichen Gesichts und sehe gespenstisch und leer aus. Alternativ hatte Designer Tommy Lee Wallace die Maske eines traurig dreinblickenden Clowns mit hängenden Mundwinkeln, der Figur Weary Willie des Zirkusdarstellers Emmett Kelly nachempfunden, für die Filmfigur Michael Myers in Betracht gezogen, die er ebenfalls in dem Kostümshop am Hollywood Boulevard erstanden hatte, die sich jedoch nicht durchsetzen konnte.
Yablans und Akkad ließen den beiden Drehbuchautoren Carpenter und Hill größtenteils freie Hand, jedoch machte Yablans einige Anregungen. Laut eines Fangoria-Interview mit Debra Hill wollte Yablans, dass das Skript geschrieben würde wie eine Radiosendung, mit Schockmomenten im Zehnminutentakt. Zudem erklärte sie, dass das Schreiben nur drei Wochen in Anspruch genommen habe und vieles der Inspiration aus der keltischen Tradition Halloweens erwachsen sei, wie dem Fest von Samhain. Obwohl Samhain im ersten Film nicht erwähnt wird, versichert Hill, dass es die Idee war, dass das Böse nicht getötet werden könne. Halloween sei die Nacht, in der die Seelen auf die Lebenden losgelassen werden, und so sei die Idee des bösesten Kindes, das je gelebt habe, entstanden.
Die Dialoge der weiblichen Figuren wurden mehrheitlich von Hill verfasst, wohingegen sich Carpenter mit Loomis’ Reden über Michael Myers’ Bösartigkeit befasste. Viele Details waren gekennzeichnet von Hills und Carpenters eigener Jugend: Die fiktive Stadt Haddonfield, Illinois, kam von Haddonfield, New Jersey, wo Hill aufgewachsen war, wohingegen die meisten Straßennamen aus Carpenters Heimatort Bowling Green, Kentucky, entnommen waren. „Laurie Strode“ war der Name einer von Carpenters Ex-Freundinnen und Michael Myers der eines englischen Filmproduzenten, der zusammen mit Yablans einige Vorstellungen von Anschlag bei Nacht auf europäischen Filmfestivals besucht hatte. Außerdem zollte Carpenter Alfred Hitchcock mit zwei Namen Tribut: Tommy Doyle ist nach Lt. Det. Thomas J. Doyle aus Das Fenster zum Hof und Dr. Loomis nach Sam Loomis, dem Freund von Marion Crane aus Psycho, benannt.
Das Ensemble von Halloween war eine Mischung aus routinierten Schauspielern wie Donald Pleasence und damals völlig unbekannten Darstellern wie Jamie Lee Curtis. Das geringe Budget verhinderte die Zusammenarbeit mit großen Namen, und viele der Darsteller erhielten nur eine kleine Gage. Mit 20.000 Dollar war Pleasence der Spitzenverdiener am Set. Curtis erhielt 8.000 Dollar und Michael-Myers-Darsteller Nick Castle gar nur 25 Dollar pro Tag.
Der englische Schauspieler Pleasence wurde angeblich von seiner Tochter, die Carpenters Anschlag bei Nacht gesehen hatte, dazu ermutigt, sich an den Dreharbeiten zu Halloween zu beteiligen. Dem amerikanischen Publikum war Pleasence bereits durch seine Verkörperung des Bösewichts Ernst Stavro Blofeld im James-Bond-Film Man lebt nur zweimal von 1967 bekannt.

17-jährige Highschool-Schülerin in Haddonfield, ruhig, klug, verantwortungsvoll. Jamie Lee Curtis’ Filmdebüt mit 19 Jahren - gleichzeitig Geburtsstunde des Final-Girl-Konzepts.

Psychiater von Smith’s Grove, hat 15 Jahre lang erfolglos versucht, mit Michael Myers zu kommunizieren. Glaubt fest an dessen reine, unmenschliche Bösartigkeit.

Wird im Abspann als „The Shape“ geführt. Stumm, gesichtslos, mechanisch - ein Killer ohne Motiv und ohne Persönlichkeit, der reine Genre-Konzept wird.

Lauries Freundin, blond, lebenslustig, sexuell aktiv - und damit das klassische erste Opfer im Schema, das das Genre erst durch diesen Film bekam.

Haddonfields Polizeichef, Vater von Annie. Skeptisch gegenüber Loomis’ Warnungen - bis es zu spät ist.
Der Filmkritiker Roger Ebert sagte über die Regiearbeit John Carpenters, dass es zwar leicht sei, Gewalt auf der Leinwand zu zeigen, aber schwer, dies gut zu machen. Carpenter sei zum Beispiel unheimlich begabt beim Einsatz von Vordergründen in seinen Kompositionen, und jeder, der Thriller möge, wisse, wie entscheidend Vordergründe seien.
Im Vorspann ist eine Kürbislaterne auf einem schwarzen Hintergrund platziert, der die Grundstimmung für den gesamten Film vorgeben soll. Während im Hintergrund das Halloween-Thema zu hören ist, fokussiert die Kamera langsam eines der Augen des in den Kürbis geschnitzten Gesichts. Laut Filmwissenschaftler J.P. Telotte kündigt diese Szene deutlich an, dass es das Hauptanliegen des Films ist, zu zeigen, wie wir uns und die anderen sehen würden, und zeige zudem die Konsequenzen, die unsere gewöhnliche Wahrnehmung oft begleiteten.
Ein weiterer Grund für den Erfolg von Halloween ist die Filmmusik und hierbei insbesondere das Hauptthema. In Ermangelung eines symphonischen Soundtracks besteht die Filmmusik aus einer von John Carpenter gespielten Pianomelodie im 5/4-Takt. Der Kritiker James Berardinelli erachtete die Halloweenfilmmusik als „relativ simpel und anspruchslos“, gab aber dennoch zu, sie sei „einer der größten Vorzüge“ des Films.
Diesbezüglich stellte Komponist Carpenter fest, dass er nur Keyboard spielen und Noten weder lesen noch schreiben könne. Allerdings war Carpenter weit weniger hilflos als die Umstände erscheinen lassen, da er einige Hilfe vom Komponisten Dan Wyman erhielt, der Musikprofessor an der San José State University war. Im Abspann wird Carpenter für seine Komponistenarbeit nach seiner Heimatstadt als „Bowling Green Orchestra“ genannt.
Halloween startete im Oktober 1978 fast unbeworben in den US-Kinos - und wurde innerhalb weniger Monate zum Phänomen. Eine erste vernichtende Kritik von Pauline Kael im New Yorker kippte durch Tom Allens Lobeshymne in der Village Voice und Roger Eberts Würdigung in der Chicago Sun-Times; danach galt der Film als Genre-Meilenstein. Mit einer Rendite von etwa 14.500 Prozent zählt er zu den profitabelsten Independent-Produktionen aller Zeiten und wurde 2006 ins US-amerikanische National Film Registry aufgenommen.
Halloween feierte Oktober 1978 in Kansas City Premiere. In der Bundesrepublik Deutschland lief der Film im Februar 1979 an. In den Vereinigten Staaten spielte er rund 47 Millionen US-Dollar ein, weltweit etwa 70 Millionen - bei einem Produktionsbudget von nur 325.000 US-Dollar. Damit war Halloween 1978 für lange Zeit der erfolgreichste unabhängig produzierte Film aller Zeiten.
Der Film war mehrheitlich in europäischen Ländern zu sehen (Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Italien, Schweden, Irland, Niederlande, Norwegen, Portugal, Jugoslawien, Island) sowie in Kanada, Australien, Japan, Singapur, Peru, Argentinien und Chile. Allein 750.000 Menschen sahen den Film in deutschen Kinos.
Rotten Tomatoes und Metacritic bündeln professionelle Filmkritik. IMDb und Letterboxd zeigen, wie Publikum und heutige Cineasten den Film bewerten - alle vier liegen klar im positiven Bereich.
Jeder, der Thriller mag, weiß, wie entscheidend Vordergründe sind - Carpenter beherrscht das wie kaum ein zweiter junger Regisseur.
Die ehrenwerteste Weise, einen guten Horrorfilm zu machen. Carpenter ist unheimlich begabt beim Einsatz von Vordergründen in seinen Kompositionen.
Carpenter scheint kein Leben außerhalb des Kinos gehabt zu haben - man kann fast jede Idee auf der Leinwand zu Hitchcock und De Palma zurückverfolgen.
Carpenter beweist, dass man Suspense ohne explizite Gewalt erzeugen kann - eine Tugend, die das Slasher-Genre danach selten wiederholt hat.
Historisch ist Halloween bedeutsam, das stelle ich nicht in Frage. Aber heute lacht man eher, als dass man Angst hat. Manche Szenen sind unfreiwillig komisch geworden.
Michael Myers’ Ikonografie und der Spannungsaufbau orientieren sich deutlich an Hitchcocks Stil: Durch die Art und Weise, wie Carpenter inszeniert, ist der Zuschauer gezwungen, um Laurie und ihre Freunde zu bangen, da er um die Gefahr weiß, während sie noch ahnungslos sind. Allerdings ist die Gewaltdarstellung in Halloween weitaus intensiver als bei Hitchcock - was mit der zeitgenössisch niedrigeren Gewaltschwelle des Genres zu tun hat.
Kaum ein Horrorfilm wurde so oft akademisch zerlegt wie Halloween. Die wichtigsten Lesarten kreisen um drei Fragen: Ist Michael Myers ein Strafgericht der Reagan-Ära? War Laurie Strode die erste echte weibliche Heldin des Genres? Und was hat sich der Regisseur dabei eigentlich selbst gedacht?
In den späten 80ern und 90ern las die Filmtheorie Halloween rückblickend als Spiegel konservativer Werte. Die Theoretikerin Vera Dika sah in der Slasher-Welle die Wiederbelebung patriarchaler Familienmuster unter Ronald Reagan: Wer Sex hat, raucht, trinkt oder die Regeln bricht, stirbt - wer ruhig, beobachtend und keusch bleibt, überlebt. Tony Williams ging weiter und nannte Killer wie Myers „patriarchalische Vollstrecker", die die rebellische Jugend der 1960er für ihre Befreiungen abrechnen.
Andere Stimmen halten dagegen: Wenn Myers eine motivlose, dämonische Kraft ist, kann er kein Strafgericht sein. Seine Morde wären dann gerade kein Urteil, sondern reines Chaos - und die vermeintliche Sex-Moral ein Zuschauer-Reflex, kein Drehbuch-Plan.
Halloween gilt als Geburtsstunde des „Final Girl" - der Hauptfigur, die alle anderen sterben sieht und am Ende den Killer überlebt. Die Filmwissenschaftlerin Carol J. Clover (UC Berkeley) prägte den Begriff 1992 und nutzte Laurie Strode als Lehrstück: Final Girls überleben nicht trotz, sondern wegen ihrer Außenseiterposition. Sie sind nüchtern, aufmerksam, nicht abgelenkt von Sex oder Partys - und damit die ersten, die Gefahr erkennen.
Für Clover ist das nicht konservative Moral, sondern eine Umkehrung der Horror-Tradition: Im Slasher wird die Frau zum ersten Mal aktive Heldin, nicht passives Opfer, das auf einen männlichen Retter wartet. Ob das emanzipatorisch oder doch reaktionär ist, blieb in der Filmtheorie jahrzehntelang Streitthema.
Laurie überlebt nicht, weil sie keusch ist. Sie überlebt, weil all die aufgestaute Energie aus ihr herausbricht - und sie nutzt jedes spitze Ding, das sie findet, um zurückzuschlagen.
John Carpenter widerspricht beiden Schulen - der moralischen wie der feministischen. In Interviews bestritt er konsequent, dass Halloween ein Lehrstück über Tugend und Strafe sei. Seine eigene Lesart: Laurie überlebt nicht, weil sie keusch ist, sondern weil die ungelebte Energie aus ihr herausbricht, sobald sie zur Wehr kommt. Sie verteidigt sich mit Stricknadel, Kleiderbügel, Messer - lauter spitze, phallische Gegenstände, die sie sich aneignet und gegen den Angreifer richtet.
Für Carpenter selbst ist der Film ein Horrorfilm. Mehr nicht. Die Sozialkritik haben spätere Akademiker hineingelesen - und sich dabei seiner Meinung nach mehr für sich selbst interessiert als für den Film.
Was Halloween formal von seinen Nachahmern unterscheidet, ist das Tempo. Nach einer vierminütigen Eröffnung - Myers' Kindheits-Mord aus seiner eigenen Perspektive - vergehen rund 40 Minuten ohne weiteres Töten. Carpenter nutzt diese Pause, um Laurie zu etablieren, die Vorstadt-Atmosphäre aufzubauen und Myers als beobachtende, lauernde Präsenz im Hintergrund zu zeigen, lange bevor er zuschlägt.
Der Spiegel kritisierte 1979 zum deutschen Kinostart genau diese Langsamkeit als „belanglos und unspektakulär". Andere Kritiker hielten dagegen, der lange Build-up sei die eigentliche Stärke des Films - Suspense statt Schock-Frequenz. Heute gilt der Slow-Burn als Carpenters Markenzeichen und als das, was Halloween aus dem späteren Slasher-Strom heraushebt.
Halloween löste die Slasher-Welle der frühen 80er aus, etablierte das Final-Girl-Konzept als Genre-Standard und prägte mit Carpenters Synth-Score den Sound des modernen Horrors. Aus dem 1978er Einzelfilm wurde ein Franchise mit 13 Filmen über drei verschiedene Kontinuitäts-Linien - und Hunderten von Filmen, die seine Bildsprache aufgreifen.
Sechs Beispiele für Filme und Serien, die Halloween als Blaupause oder Stilreferenz nutzen - vom direkten Erben Friday the 13th bis zur Synthwave-Renaissance von Stranger Things:
Das Halloween-Franchise umfasst 13 Filme über drei verschiedene Kontinuitäts-Linien. Jede Linie hat eigene Regeln und ignoriert die jeweils anderen Sequels - die David-Gordon-Green-Trilogie (2018–2022) zum Beispiel knüpft direkt an 1978 an und blendet alle dazwischenliegenden Fortsetzungen aus.
Bantam Books brachten 1979 eine Roman-Adaption von Curtis Richards heraus. Der Roman geht über den Film hinaus und füttert Lücken nach: Michaels Aufenthalt in Smith's Grove und der Ursprungs-Mythos rund um das keltische Samhain-Fest werden ausführlicher erzählt. Eine Neuauflage erschien 1982 - das Buch ist heute vergriffen und ein gefragtes Sammler-Objekt.
1983 lizenzierte Wizard Video den Stoff für das Atari 2600. Aus heutiger Sicht ist das Spiel technisch primitiv selbst für seine Zeit, und keine der Figuren wurde namentlich genannt - vermutlich um zusätzliche Lizenzgebühren zu sparen. Der Spieler übernimmt einen jugendlichen Babysitter, der Kinder vor einem maskierten Angreifer beschützen muss. Heute gehört das Modul zu den begehrtesten Sammlerstücken der frühen Atari-Ära.
Vier offizielle Fassungen sind im Umlauf, vom 91-minütigen US-Kinoschnitt bis zur 4K-Restaurierung von 2018, die zum 40-jährigen Jubiläum sogar die alte NBC-Erweiterung als Bonus enthält.
Inhalte dieses Eintrags wurden auf Basis der unten aufgeführten Quellen redaktionell zusammengestellt. Wörtliche Zitate sind kursiv ausgewiesen; ohne Sonderausweisung handelt es sich um eigene Formulierungen.
Für alle, die noch tiefer in Carpenter und Halloween eintauchen wollen, eine kuratierte Auswahl an Sekundärliteratur:
Lizenz & Eigenleistung: Texte sind paraphrasiert und in eigene redaktionelle Form gebracht. Inhaltliche Anregungen stammen unter anderem aus dem deutschen Wikipedia-Artikel (CC BY-SA 3.0). Die finale Komposition, Auswahl der Hervorhebungen und Bewertungen sind eigene Leistungen der Redaktion. Aggregator-Wertungen wurden zum Stand 24. Mai 2026 erfasst und können sich seitdem geändert haben.