Scream - Schrei!

Originaltitel
Scream
Erscheinungsjahr
1996
Erscheinungsdatum
20. Dezember 1996
Laufzeit
103 Min.
Regie
Wes Craven
FSK
FSK 16
Scream - Schrei! Poster

Inhalt

Scream - Schrei! ist Wes Cravens Meta-Slasher von 1996, geschrieben von Kevin Williamson. Der Film verbindet klassischen Messer-Horror mit Figuren, die die Regeln des Slasher-Genres selbst kennen und zitieren - und etablierte mit dieser Selbst-Reflexivität einen neuen Standard für das gesamte Genre der 90er und 2000er. Dieser Eintrag bezieht sich auf den ersten Scream-Film (1996). Die Sequels (Scream 2 bis Scream VI) haben eigene Wiki-Einträge. Ein Jahr nach dem brutalen Mord an Maureen Prescott in der kalifornischen Kleinstadt Woodsboro beginnt eine neue Mordserie. Ein maskierter Killer, bekannt als Ghostface , ruft Highschool-Schüler:innen an, stellt ihnen Trivia-Fragen zu Horrorfilmen und tötet sie. Im Zentrum steht Sidney Prescott , deren Mutter das erste Opfer war. Die Mordserie kulminiert in einer ausufernden Party im Haus von Stu Macher - und in der Enthüllung der wahren Identität(en) hinter der Maske. Meta-Horror Ghostface-Telefon Whodunit-Struktur Final Girl 2.0 Scream spielt überwiegend in Woodsboro , einer kalifornischen Kleinstadt mit Highschool, Local-Hangout und Video-Laden. Die Atmosphäre ist bewusst spießig und idyllisch - und kontrastiert mit den brutalen Morden, die das Mythos einer sicheren Vorstadt zerstören. Gedreht wurde tatsächlich in Santa Rosa und Healdsburg in Sonoma County, Kalifornien. …

Videos & Bilder

Besetzung

Scream - Schrei! ist Wes Cravens Meta-Slasher von 1996, geschrieben von Kevin Williamson. Der Film verbindet klassischen Messer-Horror mit Figuren, die die Regeln des Slasher-Genres selbst kennen und zitieren - und etablierte mit dieser Selbst-Reflexivität einen neuen Standard für das gesamte Genre der 90er und 2000er.

Dieser Eintrag bezieht sich auf den ersten Scream-Film (1996). Die Sequels (Scream 2 bis Scream VI) haben eigene Wiki-Einträge.

Abschnitt 01

Handlung & Prämisse

Neve Campbell als Sidney Prescott
Neve Campbell als Sidney Prescott - das definierende Final Girl der 90er.

„Movies don't create psychos. Movies make psychos more creative.“

- Billy Loomis

Ein Jahr nach dem brutalen Mord an Maureen Prescott in der kalifornischen Kleinstadt Woodsboro beginnt eine neue Mordserie. Ein maskierter Killer, bekannt als Ghostface, ruft Highschool-Schüler:innen an, stellt ihnen Trivia-Fragen zu Horrorfilmen und tötet sie.

Im Zentrum steht Sidney Prescott, deren Mutter das erste Opfer war. Die Mordserie kulminiert in einer ausufernden Party im Haus von Stu Macher - und in der Enthüllung der wahren Identität(en) hinter der Maske.

Meta-Horror Erster Mainstream-Slasher, dessen Figuren ihre eigenen Genre-Regeln zitieren.
Ghostface-Telefon Voice-Modulator und Festnetz-Anruf als Markenzeichen vor jedem Angriff.
Whodunit-Struktur Die Identität des Killers ist Teil der Spannung - mit zwei Tätern, die sich gegenseitig Alibis verschaffen.
Final Girl 2.0 Sidney kämpft aktiv zurück, statt nur zu überleben - verändert das Slasher-Archetyp.
Abschnitt 02

Woodsboro & die Regeln

Woodsboro-Idylle
Die fiktive Kleinstadt Woodsboro - eine ironisch konstruierte Vorstadt-Idylle, in der die Slasher-Konvention bricht.

Setting

Scream spielt überwiegend in Woodsboro, einer kalifornischen Kleinstadt mit Highschool, Local-Hangout und Video-Laden. Die Atmosphäre ist bewusst spießig und idyllisch - und kontrastiert mit den brutalen Morden, die das Mythos einer sicheren Vorstadt zerstören. Gedreht wurde tatsächlich in Santa Rosa und Healdsburg in Sonoma County, Kalifornien.

Die Regeln des Genres

Randy Meeks formuliert in der Mitte des Films die Slasher-Regeln, die der Film sowohl befolgt als auch bricht:

  • Du darfst keinen Sex haben. Sobald eine Figur Sex hat, ist sie tot.
  • Du darfst nicht trinken oder Drogen nehmen. Wer sich betrinkt, verliert die Aufmerksamkeit.
  • Du darfst niemals „Ich komme gleich wieder“ sagen. Wer das sagt, kommt nicht zurück.

Diese Regeln werden im Film direkt zitiert - und es ist Teil des Witzes, dass die Figuren sich daran zu halten versuchen, aber an eigener Naivität, am Alkohol oder an der schieren Brutalität von Ghostface scheitern.

Die Ghostface-Maske

Die ikonische weiße Geistermaske mit dem schreienden Mund (inspiriert von Edvard Munchs Der Schrei) ist tatsächlich eine kommerziell erhältliche Halloween-Maske namens Ghost Face, hergestellt von Fun World. Produzentin Marianne Maddalena entdeckte sie 1995 zufällig bei einem Hausbesichtigungs-Termin. Die Maske ist absichtlich generisch gehalten - sie funktioniert dramatisch, weil jeder darin stecken kann. Bis heute zählt sie zu den meistverkauften Halloween-Kostümen weltweit.

Abschnitt 03

Komplette Handlung

Spoilerwarnung: Dieser Abschnitt enthält die komplette Handlung inklusive Auflösung. Wer den Film noch sehen möchte, sollte überspringen.

Akt 1: Casey Beckers Tod

An einem Abend in der Kleinstadt Woodsboro telefoniert die 17-jährige Highschool-Schülerin Casey Becker (Drew Barrymore) mit einer fremden Stimme. Was als Flirt beginnt, wird zum Drohanruf: Der Fremde kennt Caseys Namen, sieht sie offenbar im Haus und stellt ihr ein Trivia-Spiel zu Horrorfilmen. Bei einer falschen Antwort über „Friday the 13th“ wird Caseys Freund Steve Orth getötet, vor ihren Augen an einen Gartenstuhl gefesselt mit ausgeweideten Eingeweiden präsentiert. Casey versucht zu fliehen, wird von Ghostface aufgespießt und an einem Baum vor ihrem Elternhaus aufgehängt - entdeckt von den heimkehrenden Eltern. Die Eröffnung dauert zwölf Minuten und etabliert ohne Vorrede die Brutalität des Films.

Akt 2: Sidneys Welt zerbricht

Am nächsten Tag ist die Kleinstadt im Schockzustand. Sidney Prescott (Neve Campbell), deren Mutter Maureen ein Jahr zuvor ebenfalls ermordet wurde, gerät in den Fokus. Der für den Mord an Maureen verurteilte Cotton Weary sitzt im Todestrakt - Sidneys Aussage hatte ihn dort hingebracht. Die ehrgeizige Reporterin Gale Weathers (Courteney Cox), die ein Buch über Maureens Mord geschrieben hat, behauptet, Cotton sei unschuldig.

An diesem Abend wird Sidney selbst von Ghostface in ihrem Haus angegriffen. Ihr Freund Billy Loomis (Skeet Ulrich) taucht kurz darauf am Tatort auf und lässt versehentlich sein Handy fallen - Sidney glaubt, er war der Anrufer, und er wird kurzzeitig verhaftet, aber wegen fehlender Beweise wieder freigelassen. Sidneys Vater Neil ist auf einer Geschäftsreise nicht erreichbar.

Akt 3: Mr. Himbry & die Schule

Die Highschool wird aufgrund der Mordserie geschlossen, die Schüler:innen feiern. Im verlassenen Schulgebäude wird Direktor Arthur Himbry (Henry Winkler) im leeren Schulgebäude überrascht und ermordet, während er sich vor dem Spiegel selbst mit einer Ghostface-Maske Drohgebärden vorführt. Sein Tod wird erst spät entdeckt.

Akt 4: Stu's Party

Sidneys Freund Stu Macher (Matthew Lillard) organisiert eine Party in seinem abgelegenen Elternhaus. Randy Meeks (Jamie Kennedy), Video-Laden-Angestellter, erklärt allen die „Regeln“ eines Slasher-Films, während im Wohnzimmer Halloween auf einem Fernseher läuft.

Sidney und Billy ziehen sich nach oben zurück und schlafen miteinander. Kurz darauf erscheint Ghostface im Raum und tötet Billy scheinbar - aber das Blut ist nur Sirup, ein Trick. Sidney flieht in Panik.

Tatum, Sidneys beste Freundin und Stu's Freundin, geht in die Garage, um Bier zu holen. Ghostface attackiert sie. Beim Fluchtversuch durch eine Katzenklappe im hochfahrenden Garagentor bleibt Tatum mit dem Kopf stecken und stirbt durch das Tor.

Gale Weathers' Kameramann Kenny Brown, der im Sender-Van auf der Auffahrt parkt, wird ebenfalls von Ghostface attackiert - die Kehle durchschnitten. Gale flieht zu Fuß durch den Wald, baut den Sender-Van zu Schrott und bleibt bewusstlos liegen.

Akt 5: Die Enthüllung

Sidney sucht in der Küche Schutz und entdeckt das wahre Gesicht hinter der Maske: Es sind Billy und Stu, ihre engsten Vertrauten. Sie haben den Plan gemeinsam ausgeführt und sich gegenseitig Alibis verschafft. Billy gesteht Sidney das Motiv: Maureen Prescott hatte vor Jahren eine Affäre mit Billys Vater Hank, was Billys Mutter zum Verlassen der Familie trieb. Billy gibt Maureen die Schuld, und der gesamte Plan inklusive der falschen Verurteilung von Cotton Weary war Rache.

Billy und Stu verletzen sich selbst leicht, um es nach Notwehr aussehen zu lassen - ihr Plan: Sidneys verschwundenen Vater Neil als „Täter“ präsentieren, den sie im Keller gefangen halten. Doch der Plan scheitert: Sidney wendet ihre eigenen Methoden gegen die beiden, simuliert einen Telefonanruf als Ghostface, schlägt Stu mit einem Fernseher bewusstlos und erschießt Billy schließlich, als er sich nach einem letzten Filmzitat aufrichtet („Sequels suck“). Gale Weathers, die wieder zu sich gekommen ist, trifft am Tatort ein. Der überlebende Deputy Dewey wird schwer verletzt, aber lebend ins Krankenhaus gebracht.

Abschnitt 04

Das Franchise - Übersicht

Scream wurde zum Auftakt eines Franchises mit aktuell sechs Hauptfilmen. Wes Craven inszenierte die ersten vier; nach seinem Tod 2015 übernahmen Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett (Radio Silence) ab Teil 5. Jeder Film hat eine eigene Wiki-Seite mit Detail-Inhalt - hier nur Übersicht ohne Spoiler.

Scream (1996) 1996Wes Craven · 111 Min.

Scream (1996) - Der Auftakt

Regie: Wes CravenDrehbuch: Kevin WilliamsonBox Office: 173 Mio. USD

Der Film, um den dieser Eintrag geht. Dies ist die aktuelle Wiki-Seite.

Scream 2 (1997) 1997Wes Craven · 120 Min.

Scream 2 (1997) - Die Regeln des Sequels

Regie: Wes CravenUS-Start: 12. Dezember 1997

Zwei Jahre später ist Sidney am College, ein Film basiert auf den Woodsboro-Morden - und eine neue Mordserie beginnt. Eigener Wiki-Eintrag folgt.

Scream 3 (2000) 2000Wes Craven · 116 Min.

Scream 3 (2000) - Hollywood

Regie: Wes CravenUS-Start: 4. Februar 2000

Setting verschiebt sich nach Hollywood, auf das Set eines Films-im-Film. Schließt die ursprünglich geplante Trilogie ab. Eigener Wiki-Eintrag folgt.

Scream 4 (2011) 2011Wes Craven · 111 Min.

Scream 4 (2011) - Reboot-Generation

Regie: Wes CravenUS-Start: 15. April 2011

Elf Jahre nach Scream 3 und Wes Cravens letzte Regiearbeit. Neue Generation Teenager, Originale kehren zurück. Eigener Wiki-Eintrag folgt.

Scream (2022) 2022Bettinelli-Olpin/Gillett · 114 Min.

Scream (2022) - Das Requel

Regie: Bettinelli-Olpin, GillettUS-Start: 14. Januar 2022

25 Jahre nach dem Original. Erster Scream-Film nach Wes Cravens Tod. Neue Hauptfiguren-Generation neben den Klassikern. Eigener Wiki-Eintrag folgt.

Scream VI (2023) 2023Bettinelli-Olpin/Gillett · 122 Min.

Scream VI (2023) - New York City

Regie: Bettinelli-Olpin, GillettBox Office: 169 Mio. USD - Franchise-Rekord

Erstmals verlässt das Franchise Woodsboro und spielt in New York City. Kommerziell der erfolgreichste Scream-Film. Eigener Wiki-Eintrag folgt.

Abschnitt 05

Hauptfiguren

Sidney Prescott
Sidney Prescott Neve Campbell

Highschool-Schülerin, deren Mutter Maureen ein Jahr zuvor ermordet wurde. Das Final Girl des Films und der gesamten Reihe.

Billy Loomis
Billy Loomis Skeet Ulrich

Sidneys Freund. Filmfan, sensibel und attraktiv inszeniert - eine bewusste Casting-Entscheidung mit Johnny-Depp-artigem Charme.

Tatum Riley
Tatum Riley Rose McGowan

Sidneys beste Freundin und Schwester von Deputy Dewey. Schlagfertig und selbstbewusst, verteidigt Sidney gegen Klatsch und Gerüchte.

Dewey Riley
Dewey Riley David Arquette

Junger Sheriff-Deputy in Woodsboro, Tatums Bruder. Naiv, gutmütig und etwas ungeschickt - bringt komische Erleichterung in die Spannung.

Gale Weathers
Gale Weathers Courteney Cox

Ehrgeizige Reporterin, deren Buch über den Mord an Sidneys Mutter Sidney belastet. Wittert in der neuen Mordserie die Story ihres Lebens.

Randy Meeks
Randy Meeks Jamie Kennedy

Video-Laden-Angestellter und Horror-Nerd. Erklärt den anderen Figuren die „Regeln“ des Slasher-Genres - und damit auch dem Publikum.

Stu Macher
Stu Macher Matthew Lillard

Tatums Freund, lautstark und exzentrisch - organisiert die folgenschwere Party in seinem abgelegenen Elternhaus.

Casey Becker
Casey Becker Drew Barrymore

Highschool-Schülerin, deren Anruf den Film eröffnet. Die berühmteste Eröffnungssequenz des modernen Slashers.

Abschnitt 06

Die Woodsboro-Morde

Casey Becker
OPENING · TAG 1Casey Becker
Drew Barrymore in einem zwölfminütigen Cold Open: ein Anruf, ein Horror-Trivia-Quiz, ein Mord. Casey wird vor ihren heimkehrenden Eltern an einem Baum aufgehängt. Der Marketing-Coup - Barrymore war als Hauptdarstellerin angekündigt und stirbt in der ersten Szene - definierte das Format jedes Scream-Openings.
Steve Orth
OPENING · TAG 1Steve Orth
Caseys Freund, gefesselt auf einem Gartenstuhl, mit ausgeweideten Eingeweiden hinter der Glas-Schiebetür präsentiert. Eines der grafischsten Bilder des Films und der schockierende zweite Tod des Openers.
Direktor Himbry
TAG 2 · SCHULEDirektor Arthur Himbry
Henry Winkler als Schuldirektor wird im leeren Schulgebäude überrascht, während er sich vor dem Spiegel mit einer Ghostface-Maske selbst Drohgebärden vorführt - eine Szene voller Ironie. Winkler bestand darauf, im Abspann nicht als „Fonzie“ geführt zu werden.
Tatum Riley
STU'S PARTY · NACHTTatum Riley
Tatum versucht, durch eine Katzenklappe im Garagentor zu entkommen, bleibt mit dem Kopf stecken und wird vom hochfahrenden Garagentor zerquetscht. Eine der berühmtesten Slasher-Todesszenen der 90er - physische Komödie wird zur Brutalität.
Kenny Brown
STU'S PARTY · NACHTKenny Brown
Gale Weathers' Kameramann (W. Earl Brown) wird im Sender-Van der Reporterin attackiert und stirbt durch einen Kehlenschnitt - ein blutiger Schock, der das Pacing der Party-Sequenz markiert.
Abschnitt 07

Produktion & Dreharbeiten

Wes Craven
Wes Craven (1939–2015) inszenierte den ersten Scream und prägte die visuelle Sprache des Films.

Drehbuch & Stoffentwicklung

Kevin Williamson schrieb das Drehbuch - damals noch unter dem Arbeitstitel Scary Movie - binnen weniger Tage 1995, inspiriert von einer realen Mordserie: dem Gainesville Ripper Danny Rolling, der 1990 in Florida fünf Studenten getötet hatte. Williamson las nachts in seinem leer stehenden Apartment in Palm Springs einen Artikel darüber, hörte ein verdächtiges Geräusch und kam auf die Idee zu einer Eröffnungsszene mit einem Anruf. Das fertige Drehbuch zog Bidding-Wars zwischen mehreren Studios an, bis Dimension Films (Tochter von Miramax/Weinstein) für 400.000 USD den Zuschlag erhielt - einer der höchsten Drehbuch-Käufe für ein Spec-Script der frühen 90er.

Casting

Die ursprüngliche Idee war, dass Drew Barrymore Sidney spielt. Barrymore selbst schlug vor, sie solle stattdessen die Eröffnungsszene als prominentes „Cameo“ spielen und früh sterben - um die Erwartungen des Publikums zu unterlaufen. Neve Campbell übernahm Sidney, war zur Drehzeit 22 Jahre alt. Skeet Ulrich wurde wegen seiner Ähnlichkeit zu Johnny Depp gecastet - Craven wollte einen Charme, der mit der Bedrohung im Kontrast steht. Henry Winkler nahm die Rolle des Direktors unter der Bedingung, dass „Fonzie“ nicht auf dem Plakat steht.

Drehorte

Der Film wurde im Frühjahr 1996 hauptsächlich in Santa Rosa und Healdsburg (Sonoma County, Kalifornien) gedreht. Stu's Party-Haus war ein reales Anwesen am Tomales Bay, das nach Drehende dauerhaft für Scream-Fan-Pilgerfahrten bekannt wurde. Die Highschool-Szenen entstanden in der ehemaligen Sonoma Community Center-Schule, die anschließend wieder als Schule weiterbetrieben wurde. Die Dreharbeiten dauerten ungefähr 50 Tage.

Probleme mit der MPAA

Die ursprüngliche Schnittfassung erhielt von der MPAA eine NC-17-Einstufung wegen der Brutalität in den Mordszenen. Craven musste die Gewalt in mehreren Szenen entschärfen, insbesondere bei Caseys Tod, der ursprünglich detaillierter zeigte, wie sie aufgespießt wird. Auch Tatums Tod im Garagentor wurde gekürzt. Die finale Theatrical-Version erhielt R-Rating, die Director's Cut-Version blieb lange unveröffentlicht.

Wes Craven (Regie)

Craven war 1996 bereits eine Horror-Legende durch A Nightmare on Elm Street (1984) und The Last House on the Left (1972). Scream war für ihn die Chance, sein eigenes Genre zu dekonstruieren und gleichzeitig ernsthaft zu unterhalten. Er bestand auf Kevin Williamsons Drehbuch trotz Studio-Bedenken, dass das Meta-Konzept zu „klug für ein Massenpublikum“ sei. Craven inszenierte die ersten vier Scream-Filme bis zu seinem Tod 2015.

Kevin Williamson (Drehbuch)

Williamson nutzte für das Drehbuch nicht nur den Gainesville Ripper-Fall, sondern verarbeitete auch eigene Genre-Liebe (Halloween, Friday the 13th, Nightmare on Elm Street). Seine spätere Karriere baute er auf Genre-Subversion: I Know What You Did Last Summer, Dawson's Creek, The Vampire Diaries.

Marco Beltrami (Musik)

Cravens Entdeckung: Beltrami war ein noch unbekannter Komponist, dessen Scream-Score mit dem ikonischen Streicher-Stinger bei jedem Ghostface-Angriff den Standard für 90er-Slasher-Musik setzte. Sein Score wurde für mehrere Folgefilme und Genre-Werke prägend.

Abschnitt 08

Kritiken & Rezeption

Scream wurde von der Kritik überwiegend positiv aufgenommen. Auf Rotten Tomatoes hält der Film bei 80% Positivbewertungen, bei einem Average-Score von 7.4/10. Auf Metacritic liegt der Film bei 65/100, was „überwiegend positiven“ Bewertungen entspricht. Die IMDb-Userbewertung liegt stabil bei 7.4/10 aus über 350.000 Stimmen.

Roger Ebert gab dem Film 3 von 4 Sternen und lobte: „Craven hat einen Film gemacht, der seine eigenen Konventionen kennt und sich darüber amüsiert, ohne sie zu zerstören.“ Variety nannte den Film „intelligent, mit einem Drehbuch, das alles weiß, was es vorgibt zu wissen.“ Die Los Angeles Times schrieb von „einem Genre-Comeback, das das Slasher-Genre für eine neue Generation rettet“.

Kritisch beurteilt wurde die explizite Brutalität: Janet Maslin (New York Times) bemängelte, der Film „spielt mit seiner eigenen Selbstreflexion, aber lässt die echten Konsequenzen von Gewalt nicht vergessen“. Quentin Tarantino zählte den Film später unter die wichtigsten Horrorfilme der 90er. James Cameron bezeichnete die Eröffnungsszene als „Meisterstück moderner Suspense-Inszenierung“.

Das Publikum reagierte überwiegend begeistert - CinemaScore-Note A- - und der Mundpropaganda-Effekt trug entscheidend zum langfristigen Box-Office-Erfolg bei.

Abschnitt 09

Box Office & Erfolg

Scream startete am 20. Dezember 1996 in den USA mit moderaten 6,4 Mio. USD Eröffnungswochenende - ein eher unauffälliger Auftakt für einen Horrorfilm zur Weihnachtszeit. Doch durch positive Mundpropaganda und Genre-Kritiker-Bestätigung blieb der Film vier Monate lang in den US-Charts und steigerte sein Wochenendergebnis sogar in der dritten Woche - ein extrem seltenes Phänomen.

Insgesamt spielte Scream weltweit 173 Mio. USD ein bei einem Produktionsbudget von 14–15 Mio. USD. Damit war es:

  • Der erfolgreichste Slasher-Film seit Friday the 13th (1980)
  • Der erfolgreichste Dezember-Horror-Release aller Zeiten (bis dahin)
  • Einer der profitabelsten Filme der Dimension Films-Studio-Historie
  • VHS- und DVD-Verkäufe brachten weitere ~75 Mio. USD ein

Der finanzielle Erfolg machte sofort ein Sequel möglich - Scream 2 erschien bereits ein Jahr später, ungewöhnlich schnell. Bis Ende der 2010er hatten die ersten vier Filme zusammen über 600 Mio. USD weltweit eingespielt; das Gesamt-Franchise mit allen sechs Filmen liegt über 900 Mio. USD.

Abschnitt 10

Auszeichnungen

  • Saturn Awards 1996 - Best Horror Film. Neve Campbell als Best Actress nominiert; gewann den Saturn für Best Performance by a Younger Actor (Drew Barrymore wurde nominiert).
  • Saturn Awards 1996 - Best Writing für Kevin Williamson.
  • MTV Movie & TV Awards 1997 - Best Movie nominiert; gewann Best Female Performance (Neve Campbell).
  • Fangoria Chainsaw Awards - Best Wide-Release Horror Film 1996.
  • Bram Stoker Award - Kevin Williamson Nominierung für Best Screenplay.
  • Empire Awards - Best Horror Film (UK).
  • Bei der späteren AFI's 100 Years of Thrills-Liste 2001 wurde Scream als einer der wichtigsten Thriller der jüngeren Zeit aufgeführt.
Abschnitt 11

Nachahmungstäter & reale Vorfälle

Scream gilt als einer der Filme mit den meisten dokumentierten Nachahmungstaten in den Jahren nach seiner Veröffentlichung. Mehrere Mordfälle wurden in der Presse direkt mit dem Film in Verbindung gebracht:

  • Belgien, 2001 - Thierry Jaradin (24) ermordet seine 15-jährige Nachbarin Alisson Cambier mit 30 Messerstichen, gekleidet in ein Ghostface-Kostüm. Er gestand, „den Film mehrfach gesehen“ zu haben. Verurteilung zu lebenslanger Haft.
  • USA (Kalifornien), 2006 - Cassie Jo Stoddart wird von zwei Mitschülern, Brian Lee Draper und Torey Adamcik, mit Ghostface-Masken bewaffnet erstochen. Beide hatten Scream als „Vorbild“ in einem Tagebuch genannt. Beide wurden zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt.
  • Frankreich, 2002 - Zwei Jugendliche in Lyon stechen einen Mitschüler nieder, gestehen Scream als Inspiration. Beide minderjährig, Jugendstrafe.

Diese Fälle führten in mehreren Ländern zu öffentlichen Debatten über Gewalt-Imitation durch Filme und zu kurzzeitigen Verboten oder Altersfreigaben-Verschärfungen der Scream-Filme. Wes Craven äußerte sich später mehrfach zu diesen Fällen und distanzierte sich entschieden von jeder Form der Verklärung - betonte aber gleichzeitig, dass der Film selbst gewalttätige Realität nicht erzeuge, sondern verarbeite.

Abschnitt 12

Einfluss auf andere Filme

Der kommerzielle und kritische Erfolg von Scream löste eine massive Welle an Teen-Slashern aus, die das US-Kino der späten 90er prägten:

  • I Know What You Did Last Summer (1997) - ebenfalls von Kevin Williamson geschrieben, kommerziell Scream's direkter Nachfolger im Teen-Slasher-Boom (125 Mio. USD).
  • Urban Legend (1998) - offensichtlich von Scream's Meta-Konzept inspiriert, mit Genre-Trope-Subversion.
  • Cherry Falls (2000), Valentine (2001), Final Destination (2000) - weitere Teen-Horror-Werke, die in Scream's Schatten entstanden.
  • Scary Movie (2000) der Wayans-Brothers nutzte den ursprünglichen Williamson-Drehbuchtitel und machte aus Scream's Meta-Konzept reine Parodie.
  • Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon (2006) griff Scream's Meta-Konzept als Mockumentary auf.
  • You're Next (2011), The Cabin in the Woods (2012) - modernere Slasher-Subversionen, die Scream's intellektuelle Spielweise weiterentwickelten.
  • Der gesamte Teen-Horror-Boom der späten 90er auf der WB- und Fox-Schiene (Buffy, Dawson's Creek mit Horror-Episoden, etc.) profitierte direkt von der Welle.

Bis heute wird Scream als der Film genannt, der das Slasher-Genre vor dem Aussterben rettete - nach den DTV-Sequels von Halloween, Friday the 13th und Nightmare on Elm Street der frühen 90er. Die Genre-Welle hielt bis ca. 2003 an, bevor Torture-Porn (Saw, Hostel) die Vorherrschaft übernahm.

Abschnitt 13

Schnittfassungen

Theatrical Cut (R-Rated, 111 Min.)

Die offizielle US-Kinofassung, gekürzt um etwa 30 Sekunden an verschiedenen Mord-Sequenzen, um das R-Rating zu sichern. Caseys Tod, Steve Orths Eingeweide-Präsentation und Tatums Garagentor-Sequenz sind in dieser Version weniger explizit.

Unrated / Director's Cut (110 Min.)

Die internationale Heimkino-Version, später auch in den USA auf DVD und Blu-ray verfügbar. Enthält die brutaleren Schnitte zurück, vor allem im Cold Open und bei Tatums Tod. Diese Version wurde 2011 im Sammler-Box-Set veröffentlicht.

Deutsche Fassungen

In Deutschland erhielt die Kinofassung 1997 eine FSK-16-Freigabe, allerdings nur in einer um etwa 90 Sekunden gekürzten Version. Die DVD- und Blu-ray-Veröffentlichungen seit 2008 enthalten die Uncut-Version mit FSK 18. Eine TV-Fassung mit weiteren Kürzungen läuft auf deutschen Free-TV-Sendern.

Weitere Versionen

Ein 1996er Workprint mit alternativen Szenen (etwa einem anderen Ende) zirkuliert in Sammlerkreisen und enthält zusätzliche Dialoge zwischen Sidney und Billy im Schlussakt. Eine vollständige Veröffentlichung wurde nie freigegeben. Für das 4K-Ultra-HD-Release 2022 (zum 25. Jubiläum) wurde der Film neu gemastert; die Bonus-Disc enthält die Workprint-Szenen als Ergänzung.

Abschnitt 14

Trivia

  • Drew Barrymore sollte ursprünglich Sidney spielen, schlug aber selbst vor, im Opener zu sterben - um die Erwartungen des Publikums zu unterlaufen. Ihr Zwölf-Minuten-Cameo wurde zur Marketing-Goldgrube.
  • Der ursprüngliche Titel des Drehbuchs war Scary Movie. Bob Weinstein änderte den Titel kurz vor Release nach einer langen Brainstorming-Session; der Originaltitel wurde später vom Wayans-Brüder-Parodien-Franchise übernommen.
  • Die Ghostface-Maske ist ein kommerzielles Halloween-Kostüm von Fun World. Marianne Maddalena fand sie zufällig bei einer Hausbesichtigung in Sonoma County. Fun World erteilte erst nach kurzem Rechtsstreit die Drehgenehmigung.
  • Das Voice-Mod-System „Ghostface Voice“ wurde von Roger L. Jackson gesprochen, der in allen Scream-Filmen der Anrufer bleibt. Aus Spannungsgründen telefonierte er live mit den Schauspieler:innen, die teils nicht wussten, wer dran ist - die Reaktionen sind teilweise authentisch.
  • Henry Winkler bekam für seine Rolle als Direktor Himbry zur Bedingung, dass „Fonzie“ nicht auf dem Plakat steht - er wollte nicht, dass die Komödien-Vergangenheit den Tonfall des Films stört.
  • Skeet Ulrich wurde wegen seiner Ähnlichkeit zu Johnny Depp gecastet - Craven wollte einen Charme, der mit der Gefahr-Spannung im Kontrast steht.
  • Die ikonische Garagentor-Sequenz mit Tatum wurde mit einer Tor-Replik in einem Studio gedreht; das Modell so gebaut, dass Rose McGowans Kopf darin wirklich steckenbleibt - der Schrei ist echt.
  • Wes Craven hat einen Cameo als Hausmeister Fred Krueger im unverwechselbaren rot-grün gestreiften Pullover von Nightmare on Elm Street. Das ist der einzige Moment, in dem die Scream-Welt direkt eine Freddy-Referenz zeigt.
  • Linda Blair (Der Exorzist) hat einen Auftritt als aufdringliche Reporterin in der Schul-Sequenz.
  • Im Hintergrund von Stu's Party läuft das Original Halloween (1978) auf dem Fernseher - eine direkte Hommage an John Carpenter.
  • Der Film war zunächst nur als Standalone geplant. Erst der überraschende kommerzielle Erfolg führte Dimension Films dazu, sofort ein Sequel zu beauftragen.
Abschnitt 15

Quellen

  1. TVmaze: Charakter-Portraits und Personendaten
  2. TMDB: Scream (1996) - Datenbankeintrag inkl. Cast, Videos, Images
  3. IMDb: Scream (1996) - Cast & Crew, User-Ratings
  4. Wikipedia: Scream (1996) - Produktion und Rezeption
  5. Box Office Mojo: Scream - Wochenend- und Gesamt-Daten
  6. Rotten Tomatoes: Scream (1996) - Kritiker- und Audience-Score
  7. Nachahmungs-Mordfälle: Berichte aus Le Soir (Belgien 2001), Idaho Statesman (USA 2006), Le Monde (Frankreich 2002).
  8. Bilder: TVmaze (Wes Craven), TMDB (Cast-Profile, Filmposter, Backdrops).